Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr führte die „Initiative „Lebendige Demokratie Eberbach“ am 8. Oktober unter der Leitung von Petra Weidner und Ulli Heimlich eine Zukunftswerkstatt zum „Eberbacher Manifest“ durch. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand dieses Mal der Satz: „Wir bewahren das vielfältige kulturelle Erbe unserer Stadt.“ Erstmals war die Veranstaltung auf Initiative der VHS-Leiterin, Melanie Potoski, in das Eberbacher VHS- Programm aufgenommen worden. Als Referent hatte sich Hubert Richter, Stadtrat, Förster und Verantwortlicher für den Turmtreff auf dem Ohrsberg zur Verfügung gestellt. Er gab einen kurzweiligen Überblick zur Geschichte Eberbachs und begann zunächst bei den vier (!) Burgen Eberbachs, die bereits um 1.100 n. Chr. erwähnt worden sind: die drei Burgen der Eberbacher Burgruine und die Ohrsberg-Burg. Von der ersten urkundlichen Erwähnung Eberbachs im Jahre 1196 über die Lehensurkunde Heinrichs VII. aus dem Jahre 1227 spannte er den Bogen bis hin zu den kurpfälzischen und badischen Zeiten in Eberbach. Besonders hob er die Bedeutung des Waldes, des Neckars, der Neckarschiffahrt und der Natursteine für die wirtschaftliche Entwicklung Eberbachs hervor. Überraschend war für die Teilnehmenden die Nachricht, dass Eberbach ursprünglich einmal etwa 20 Brauereien beherbergt hat, wovon das „Haus Rose“ an Neuen Markt heute noch Zeugnis ablegt. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stand die Frage im Mittelpunkt, was heute zur Bewahrung des vielfältigen kulturellen Erbes der Stadt Eberbach beigetragen werden kann. In drei Kleingruppen ergab sich jeweils ein lebhafter Austausch zwischen allen Teilnehmenden. Vorrangig war bei allen Teilnehmenden der Wunsch nach mehr Begegnung zwischen Jung und Alt und zwischen den verschiedenen Kulturen. Aber auch eine bessere Öffentlichkeitsarbeit zu den kulturellen Angeboten Eberbachs wurde angemahnt. Vieles sei einfach nicht bekannt. So konnten sich die Teilnehmenden immer wieder gegenseitig mit Informationen zu vorhandenen kulturellen Angeboten überraschen. Im Anschluss an die Veranstaltung bestand die Möglichkeit, an einer Nachtwächterführung durch Eberbach teilzunehmen. Herr Schneider begrüßte den Kreis der verbliebenen Teilnehmenden vor dem Rathaus Eberbach im historischen Gewand der Nachtwächter mit schwarzem Umhang, Dreispitz, Laterne und Hellebarde. Auch das Horn, das seinerzeit für den Feueralarm vorgesehen war, führte er vor. In der einbrechenden Dunkelheit war dieser Stadtrundgang durch die sachkundige und humorvolle Führung ein ganz besonderes Erlebnis, das auch von vielen Passanten aufmerksam verfolgt wurde. Die VHS-Veranstaltungsreihe zum Eberbacher Manifest wird im Frühjahr 2026 fortgesetzt.